Lebe ich!

Etliche Mal hatte der Vater gerufen, Kindchen! Kindchen, es ist zu früh! Wie ist sie doch gewachsen. Das Blondchen. Das ist meine Mutter. Das Mädchen ist fröhlich. Das Mädchen lebt. Das Mädchen läuft Schau. Kleidchen zeigt sie. Redlich und fröhlich. Geht tanzen, trifft den Mann für‘ s Leben. Zeigt wieder Kleidchen. Eines bekommt sie geschenkt. Ein Traum, heißt das Hochzeitskleid. Direkt vom Laufsteg paart sich das Blondchen mit dem, der das dunkle Haupt hat. Er ist Cellist. Er tut gut. Und rein ins Künstlerleben. Lachen, unendlich viel Lachen. Und plötzlich Tränen, ganz schön traurig. Er ist fort. Nur auf Reisen, mit dem Orchester. Doch, er ist fort. Und das Baby ist da. Längst, da! Mädchen, ja. So hübsch und dunkel. Mensch, ist die hübsch. Vier Jahre lang. Lachen, Reisen, Lachen, Reisen. Bügeleisen. Ein fremder Mann? Leugnen. Verzeihen und Verwirren. Spüren, worum alles kreist. Fügung. Eines Tages der Tod. Zweites Kindchen. Ist tot, noch im Bauch. Zu kalt das Wasser der Ostsee. Zu reif das Früchtchen und zu klein zugleich. Der Schreck, der Gott. Das Schicksal. Kindchen tot. Kann es nicht fassen. Schwesterchen sieht die Mutter hinter dem Fenster, weint. Kommt sie raus aus dem Haus, ist das Bäuchelein fort. Schwesterherz schreit Äonen im Verborgenen.  Zeit vergehen lassen. Nicht viel. Liebe herrscht, Liebe waltet. Berühmt muss man sein. Gut muss man sein. Große Parade. Wunsch des Liebsten. Ein Sohn soll es sein. Mensch, wär das toll! Blondche zählt jetzt sechsundzwanzig Lenze. Es klappt mit dem Ehrlichsein. Leider nicht immer? Die Desoxyribonukleinsäure speichert Eindrücke vom Aussen und Innen. Kommuniziert neun Monate, dank Hochdruck. Lange ist das. Die Zeit dehnt sich aus. Zu groß der Junge für das Blondchen. Sie will sterben. Speicher. Kommunikation mit dem Schöpfer. Gott nickt. Der Cellist spielt für sie. Ab geht die Post! Gewahrsein! Flügel der Aufmerksamkeit. Nicht viel Sonne. Hochschwanger, und der April geht zu ende. Wenig Licht. Proteine und Hormone konditionieren der rechten Hirnseite Last. Viel Gefühl, linkshändig wird der Knabe sein. Ich, ein Wonne Proppen. Nicht satt, im Bauch der Mutter,  den Daumen im Mund. Da steckt er lange. Draussen tobt ein hundertzwanzig Mann Orchester und ich drehe mich quer in den Beckenkanal. Die Tuba bläst, das Cello schrubbt. Ich ziehe meine langen Fingernägel einmal über Nase und Wange. Die Füsschen drücken sich an den Nieren vom Blondchen ab, sodass ihre Haut und Adern reissen – Bäche geben dem Klingen eine klare Resonanz. Blondes Mütterchen ergraut. Schreit und erwacht. Darf leben. Und ich spüre endlich neues Gemisch aus Luft und Kissenduft. Ich komme an. Walle, walle. Welt liegt weit und offen. Bin ich geliebt? Wo ist das Licht? Wo ist das Schwesterchen und das tote Brüderchen? Wird er vergessen werden? Bin ich Nummer drei? Bin ich Nummer vier. Die Zeit wird es bringen. Dank. Geklärt will es sein und gesehen wird es werden. Brüderchen, Engelein. Ich tobe ins Leben. Kann nicht die Mitte finden, halten. Lechze nach Rettung und finde sie woanders, als ich sie wähnte. Kugelrund, das Ganze. Mensch, tut das gut. Du – Mensch tut das so gut. Ich lebe.

Die andere Tür

Die ersten Gedanken sind am morgen in das Kissen gewühlt. Mein Herz rast. Der Atem beruhigt sich mit dem ersten Flüstern heimlicher Liebe. Zum Himmel. Dieser Tag wird keine Schmerzen brauchen. Die Knie zur Sonne, den Rücken gestreckt. Die Kerze auf dem Tisch flackert an meine schmalen Augen heran, als das dunkle Getränk in das Porzellan sackt. Seine heisse Krone ist so hell und cremebeladen, dass es mir für eine halbe Ewigkeit reicht. Augenblicklich ist eine Öffnung. Ich bin da. Ich sehne mich nach der Kälte, die meinen Körper schreckt. Wasser, Balsam und wieder Wasser. Hinaus ans Licht. Mein Zuhause nehme ich mit zu den Menschen, die auf mich warten. Kaum kann ich mein Lächeln verbergen mit dem ersten Stoß, der meiner Seele berührt. Die Strasse heult, die Bäume gehen sterbend in Deckung und mein Fuss hält inne – über einem feigen Groll. Ich führe meinen Schritt zu der anderen Tür, und mit ihr öffnet sich mein Weg. Ich schlag mich durch, ohne jemanden zu verletzen. Ich bin mittendrin und leicht wie ein jagendes Frettchen. Lass mich einfach ein anständiger Kerl sein. Nur für heute.

Fliekus 


Fliekus

Mein Wunsch.

Fliegen lernen nach Punkten.

Wollt ihr Eure eigene Geschichte mit mir erleben? Dann macht mit. Vor 10 Monaten war ich in Deutschland zum arbeiten unterwegs. Alleine im Zug, von Stadt zu Stadt. Ich hatte beinahe 130 Kilo auf dem Leib und ich war damit nicht glücklich. Arbeiten konnte ich noch, sogar fröhlich sein und andere Menschen zum Lachen bringen. Ja, das ging! Doch fühlte ich mich schwer. Unendlich schwer. Meine Knochen schmerzten, meine Knie waren geschwollen. Ich pruste bei jeder Bewegung. Ich fasste Mut und bat die Weight Watchers, (liebevoll WW genannt), um Hilfe. Ich wollte gesund sein. Nicht noch dicker werden. Und vielleicht… Ich steckte mir ein Ziel: 25 Kilo weniger auf die Waage bringen. In einem Jahr. Der Anfang war schwer. Ich liebe Süsses: Eis, Kuchen und sowas. Wie soll ich das nur schaffen?  Der beste Rat von WW war,  alles was ich esse aufzuschreiben. Das war der Hammer. Ich sah plötzlich die Mengen, die ich zu mir nahm. Und ich ahnte, dass es möglich ist, diese Mengen wenigstens zu halbieren. Ich schrieb mich bei WW online ein und begann meine Essens Punkte zu zählen. Echt witzig und keinesfalls langweilig. Mit Spass, aber auch mit Ängsten und bisweilen urkomischem Scheitern verbunden, begann eine faszinierende Reise zu dem Markus, der eigentlich in mir steckt. Dazu später mehr. Meine Schlemmer Orgien verschwanden nur langsam, ich musste ab und zu über die Maßen naschen. Kein Problem, denn das durfte ich. Ich musste mich zu nichts zwingen.

Dann purzelten plötzlich die Pfunde und ich bekam sogar wieder Lust an Bewegung. Ich liebe spazieren gehen. Das passt! 10.000 Schritte am Tag sind mein Minimum. Und Einkaufen von frischem Gemüse, Obst und anderen gesunden Sachen stand auch wieder auf dem Plan. Selber Kochen nach coolen Rezepten, das lernte ich neu. Ca. 20 Kilo hab ich inzwischen geschafft. Ich bin ich.

Euer Markus

 MM

Heute

Ich hab Gedanken auf dem Tisch. Sie werden mich begleiten in meinem täglichen Ernährungswahnsinn. Lauter tolle Rezepte. Gott sei Dank funktionieren die nächsten Sekunden ohne Belohnungssystem. Ich fange an mich zu begeistern und bin wieder das Kleinkind, welches das  schöne, einfache Spielzeug wählt. Ich tauche ein in den Glücksmodus und bin nicht mehr Mensch dieser Gesellschaft, die mich unglücklich braucht, damit ich viel kaufe, esse und trinke. Ich begeistere mich für die Schlichtheit meiner Wahl: Tägliche Mosaiksteine lecker Zutaten eines gesunden, bewussten Lebens! Welchen Gedanken kann ich täglich üben? Danken. Euer Fliekus

Wer glücklich ist kauft nicht!

Toxische Wut

Mehr als nur cholerisch: Verbale Gewalt in Form von toxischer Wut und Wutausbrüchen

Die Wut (in gehobener Sprache auch lat. Furor) ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion, ausgelöst durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z. B. eine Kränkung. Wut ist heftiger als der Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn. Wer wütet, zerstört blindlings. Wer häufig in Wut gerät, gilt als Wüterich. (…)

Unter Wutanfall versteht man einen, meist kurzzeitigen, partiellen oder völligen Verlust der Kontrolle über das Gefühl der Wut (affektiv). Die Wutanfälle richten sich gegen Personen, Tiere, Institutionen oder auch Sachen, haben oft einen konkreten Auslöser, der aber nicht zwangsläufig identisch mit dem Ziel der damit verbundenen Attacke sein muss. Der Wutanfall wird auch als Überreaktion bezeichnet und gilt deshalb in den meisten Kulturkreisen als Charakterschwäche. Analog gilt es oft als Charakterstärke, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, sondern die Contenance zu wahren, bzw. kühl (englisch: “cool”) bleiben.

Prinzipiell kann in Ausnahmesituationen und unter starkem Stress jeder Mensch einen Wutanfall erleiden, wobei jedoch eine Neigung zu solchen bei Erwachsenen als cholerisch gilt. Bei Kleinkindern gehören Wutanfälle in einer bestimmten Phase zur psychischen Entwicklung.

Wutanfälle sind auch typisch für einige psychische Störungen wie beim Hospitalismus/Deprivationssyndrom, auch bei Autismus (Kanner-Syndrom bzw. Asperger-Syndrom). Hier treten Wutanfälle außergewöhnlich oft, überdurchschnittlich lang und oft auch sehr intensiv auf. Auch bei geistig Behinderten kommt es leichter zu Wutanfällen, da deren Fähigkeit zur Kontrolle und Verarbeitung so starker Emotionen oft eingeschränkt ist.

Ein Wutanfall kann (absichtlich oder unabsichtlich) provoziert werden. Dazu genügen oft schon kleine Reizworte oder Handlungen, die für sich genommen eigentlich keine Bedeutung hätten. Die Redewendung „Jemanden auf die Palme bringen“ beschreibt dies bildlich. Neben dem externen Auslöser gibt es auch die Möglichkeit, sich selbst in einen Wutanfall zu steigern.

Quelle: Wikipedia: Wut