Klarheit mit meiner Sinuswelle

  

Mir wurde klar, dass ich mich mehr auf dem richtigen Weg befinde, als mir bewusst ist. Ich lebe angemessen. Mein Wahnsinn nimmt ab.
Mein Leben ist heute reich an Liebe. Das war früher anders. Irgendwann als Kind habe ich zum ersten Mal die klebrige Substanz wahrgenommen, die dafür bestimmt ist, romantische Verwicklungen zu befördern. Vorherbestimmung im Wandel und in der Vollendung. 
Die Gravitationswellen, die entstehen, wenn meine Höhere Macht ein – und ausatmet. Der bewegliche Staub des scheinbar spielerischen Verwirbelns, ähnlich der Sahne in meinem Mocca, im ersten Moment des Kontaktes beider Zustände. Wasser und Creme. 
Eine Energie, die zwischen den Dingen in Bewegung ist, zwischen Menschen, zwischen ganzen Planeten und sogar darüber hinaus. 
Die Begegnung mit dem ersten Menschen, der sich von mir angezogen fühlte und welchen ich abstoßend fand, geschah ungefähr zeitgleich mit der Begegnung mit dem Menschen, von dem ich angezogen wurde, und welcher mich abstoßend fand. Mein Leben ist so verlaufen, dass die Mischung aus dem Schrecken und den Erstaunen über das Unmögliche, es mir sehr lange ermöglicht hat, Liebe nicht finden zu müssen. Ich war blind und taub und habe mich teilweise allergisch verhalten. Gut so. Nur so konnte ich mich über die Abwehr hinwegbewegen, um schließlich wiederzukommen.
Ich bin angekommen. Und ich freute mich, als ich begriff, dass ich im Kontext stehe, laufe, schwimme, fliege, liege. Was auch immer. Und ich weinte, wenn ich mich wieder fortbewegte. Doch das ist meine große Sinus Kurve. Hin und Weg. Weg und Hin. Hin und Weg. Ich darf das heute annehmen.
Heute habe ich Annahme gelernt, Verantwortung und Vertrauen. Alles bleibt gleich, dem Höhern Wandel ergeben. Das Außen und Innen. 
Die Annahme macht mich ruhiger, die Sinus Welle wird milder im Ausschlag. Die Verantwortung macht mich stark, die Sinus Welle wird kompakter. Das Vertrauen macht mich leichter, die Sinus Welle ist deutlicher. 
Ich kann aus dieser neuen Haltung heraus panische, krankhafte Zwanghaftigkeiten vermeiden. Ich bin heute in meinem angemessenen Kontext unterwegs. Und mein Wahnsinn ist nicht mehr im Vordergrund. Er ist nur noch ein Echo im Raum. Dort bin ich unterwegs. Und ich muss heute nicht immer wieder das selbe ungesunde tun und ein anderes Ergebnis erwarten. Klarheit mit meiner Sinuswelle.

Küchengeheimnis

Ich bin frei, wenn ich mich bewege. Ich kann mich sehen, wenn ich auf mich schauen. Ich höre mich, wenn ich spreche. Ich sterbe nicht.

Co schwanger und so.

Es ist Anfang 2004, und unser Sohn geht auf Startposition. Soviel ich später mitbekomme, hat er sich bereits mit dem Kopf in Richtung Beckenkanal gedreht. Das hat er gut gemacht, – er kann ja nicht wissen, dass es so nicht klappen wird. Im Bauch meiner lieben Frau Barbara ist jetzt einiges los. Langsam aber sicher müssen sich Mutter und Kind mit einander arrangieren. Ich versuche das weitestgehend zu koordinieren und bekomme dabei eine handfeste Nackenstarre. Ich hab da wohl etwas missverstanden.

Wir haben drei Namen für den Filius ausgesucht und können uns nicht entscheiden. Julius klingt sehr schön und ist klassisch, Qimo klingt japanisch – ist aber eine Erfindung von uns – und Sylvester geht auf meinen Großvater Majowski zurück. Der, der aus dem Wald kommt.

Qimo gefällt mir sehr! Es ist eine Kombination aus dem „Qi“ was im Chinesischen die Lebenskraft bedeutet und dem englischen „Motion“! Also wäre die Bedeutung dieses Namen: Kraft, die bewegt. Toll, – genau das richtige für mich! Ich bin emsig bemüht, meiner Frau bei zu stehen, trotz eines mittlerweile ausgewachsenen Halswirbel Syndroms meinerseits. Ich bleibe einfach immer in Bewegung, das hilft bestimmt. Ich weiss ja, – gemeinsam werden wir es hinbekommen. Ich, die Sirene! Ich hab aber plötzlich auch tausend andere Dinge im Kopf. Ich beschliesse zum Beispiel, ein Tagebuch zu schreiben. Mal wieder. Okay – aber diesmal soll es für die Ewigkeit sein.

„Guten Morgen, lieber Tag. Heute fühle ich mich wunderbar und ich bin co – schwanger, denn mein Kampfgewicht liegt jetzt bei 20 Kilogramm über normal!  Und ich habe mir einen meiner Wünsche erfüllt: hier ist mein Tagebuch.  Erzählungen aus  meinem Leben mit vielen lieben Freunden und der Dokumentation wachsender Bäuchen von zwei erwachsenen Menschen, die sich lieben.  Die positiven Dinge möchte ich erzählen, die wirklich „schlimmen“ lass ich weg.“

Auch mein alter Ego –  Icke genannt –  wird hier Einzug halten.  Und da ich einst auch den „Cookie“ gespielt habe – bei den sieben Zwergen –  gibt es hier natürlich ein paar  lustige Koch Rezepte.  Ich bin so aufgeregt, wegen der Schwangerschaft meiner Frau, dass ich tagelang das Selbe koche, im vollen Besitz meiner körperlichen, jedoch nicht meiner geistigen Kräfte.

„Das folgende – von mir während der Schwangerschaftsgymnastik entwickelte und nach dem anschließenden Yoga kreierte – Rezept ist so treffsicher und lecker, dass mein Sohn später Jahre lang in einem Piraten Look rumrennt. Des weiteren gewinne ich das Promi Dinner im Fernsehen mit genau dieser Speise und ein paar anderen Tricks (geheim), – fliege dafür aber meinerseits im Piraten Look bei der vierten Runde von Let‘s Dance (RTL) raus. Wegen Übergewicht auf den letzen Metern.

Thunfisch-Lasagne mit Freibeuter Salat (auf Bambus Tellern zu servieren)

ZUTATEN

175 g Lasagne Blätter  6 Stk.Tomaten100 g Parmesan gerieben 1 Stk.Zwiebel 500 g Spargel grün 300 g Mozzarella / Basilikum Blätter

Soße Nr. 1: 1 Stk. Zwiebel 50 g Butter 50 g Mehl 400 g Thunfisch 600 ml Milch 1 Pr Salz 1 Pr Pfeffer 0.5 TL Senf  1 TL Worcester Soße 175 g Cheddar Rahmstufe100 ml Hühnerbrühe 100 ml Crème Fraîche

Soße Nr. 2: 4 Stk. Tomaten 2 Stk. Zwiebeln 0.5 Stk. Knoblauchzehe 100 ml Hühnerbrühe 3 EL Tomatenmark

Soße Nr. 3: 1 Stk. Avocado 1 EL Sonnenblumenöl 3 Spr  Balsamico 50 g Frischkäse 1 Pr Pfeffer 1 Pr Salz

2 EL Mango Chutney 2 Stk. Feigen  frisch 100 ml Hühnerbrühe

Freibeuter Salat: 4 Blatt Radicchio Salat gemischt 50 g Moosbeere frisch 3 EL Pinien Kerne 0.5 Stk. Papaya  200 ml Vollmilch Joghurt 2 TL Limetten Saft 1 Pr Salz 1 Pr Zitronenpfeffer

ZUBEREITUNG:

Für die Lasagne den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Spargel waschen und klein schneiden. In einer Pfanne mit Zwiebel ca. 15 Minuten andünsten.

Für die Soße Nr. 1 die Zwiebel in einem Topf in heißer Butter goldbraun dünsten. Mehl darüber stäuben und unter Rühren 2 Minuten köcheln lassen. Dann den Thunfisch in Würfel schneiden und dazugeben. 3 Minuten anbraten. Den Topf von der Kochstelle ziehen, die Milch einrühren, Salz und Pfeffer zufügen und nochmals aufkochen. Senf und Worcester Sauce unter die Sauce mischen und weitere 2 Minuten kochen lassen. Den Cheddar dazugeben, mit etwas Hühnerbrühe unter Rühren auflösen lassen dann mit Crème Fraîche verfeinern.

Für die Soße Nr. 2 die Tomaten waschen und ebenfalls klein schneiden. Mit den Zwiebeln und dem Knoblauch andünsten. Mit Hühnerbrühe aufgießen und mindestens 2 Stunden köcheln lassen. Zum Ende hin Tomatenmark zugeben.

Für die Soße Nr. 3 die Avocado schälen und pattieren, mit Sonnenblumenöl, Aceto und Frischkäse zerquetschen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann Mango Chutney und Feigen dazugeben. Mit Hühnerbrühe zu einer cremigen Soße verrühren.

Eine Auflaufform mit Butter ausfetten. Zuerst eine Schicht Thunfischmasse (Soße Nr. 1) hineingeben, Lasagne Platten darüber decken, wieder Thunfischmasse darauf streichen und die Oberfläche mit Spargel belegen. Zweite Schicht mit der Soße Nr. 2 und einigen Tomaten- und Mozzarella Scheiben belegen. Die dritte Schicht mit Soße Nr.3. bestreichen und so fortfahren, bis alle Zutaten/ Soßen verbraucht sind.

Zum Schluss den Parmesan über die Lasagne streuen, mit Tomatenscheiben dekorieren, mit Alu Folie abdecken und in den Ofen schieben. Nach 25 Minuten die Folie abnehmen und weitere 15-20 Minuten backen. Vor dem Servieren nochmals mit Parmesan bestreuen und jedes Stück Lasagne mit einem Blatt Basilikum dekorieren.

Für den Freibeuter Salat den Orangen-Mango-Joghurt mit dem Limetten Saft verrühren. Mit Orangenpfeffer und Salz abschmecken und die Blattsalate damit anmachen. Die Papaya und die Cranberries zufügen. Zum Anrichten den Salat pro Portion in ein Radicchio Blatt geben und mit Pinien Kernen bestreuen. Daneben ein rechteckiges Stück Lasagne platzieren.

Tipp: Die Lasagne schmeckt ein- oder zweimal aufgewärmt am besten.

Während ich dies schreibe, stelle ich mal wieder fest, dass es gar nicht so einfach ist, Linkshänder zu sein.  Zum Beweis habe ich ein paar Fotos von meiner Handschrift gemacht!“

Hier habe ich gerade eine günstige Handhaltung probiert  – funktioniert es vielleicht so?  Ja, so ist gut.  Ungewöhnlich aber  gut. So, mein Lieber! Jetzt geht‘s weiter. Ich habe das Buch nach rechts unten gedreht. Jetzt fasse ich den Füllfederhalter etwas höher am Griff. Es kommt immer auf eine entspannte Haltung an. Das macht dann Spaß!

Mein Management hat einen interessanten Kontakt aufgenommen zu einem Redakteur von 3nach9 Uhr. Der möchte mit mir etwas besonderes erleben in der Sendung am 23. Januar. Nur noch wenige Tage bis zum vorhergesagten Geburtstermin unseres Sohnes.

Meine Idee für die Sendung ist ganz gut. Ich habe einen kleinen Roboter gebaut mit Namen Chapeaux.  Ich werde den kleinen Apparat etwas modifizieren und bei ihm eine Spracheingabe installieren.“

Jetzt muss ich direkt noch erwähnen, dass ich wirklich sehr dankbar bin für die Weiterentwicklung von Spracheingabe an Computern im Jahr 2012. Da schreibe ich nämlich dieses Buch, was Sie – werter Leser – gerade in Händen halte. Ich kann ja ziemlich schusselig sein, aber das funktioniert echt prima. Ich freue mich dass mein Computer so gut mit mir zusammen arbeitet. Alles was ich aufgeschrieben habe, kann ich jetzt ganz hervorragend in ihn hinein diktieren. Danke dafür, lieber Gott. Ich bin begeistert.

„So, zurück zu 3nach9. Ich schaffe das – mein Roboter wird fahren –  oder laufen. Egal, Hauptsache er bewegt sich. Er wird eine Art Zweites Gesicht haben, indem ich ihm meinen SX 45 oder meinen oben drauf setze – in sein Roboter Angesicht. Der SX 45 ist ein Smart Phone der ersten Generation. Schließlich werde ich den Roboter von meinem Computer fernsteuern und ihm über WLAN den Impuls für das SX 45 zum Singen geben. Dazu muss ich mir aber erstmal eine WLAN Karte kaufen, und noch so ein paar andere Dinge. Das mache ich morgen. Singen wird der Roboter über eine MP3 Datei aus meinem Media Player und das Lied wird gregorianisch sein: „In Paradiesum“!  Sehr schön und angemessen dieser Choral.

„In paradisum deducant te angeli;
in tuo adventu suscipiant te martyres,
et perducant te in civitatem sanctam Ierusalem.
Chorus angelorum te suscipiat,
et cum Lazaro, quondam paupere,
æternam habeas requiem.“

„Zum Paradies mögen Engel dich geleiten,
die heiligen Märtyrer dich begrüßen
und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen,
und durch Christus, der für dich gestorben,
soll ewiges Leben dich erfreuen.“

Den Karajan musste ich gar nicht lange üben, den konnte ich noch aus Kindheitstagen. Für die Sendung habe ich mich dann doch entschieden, von Richard Strauss  „Eine Alpensymphonie“  zu dirigieren. Das hat ganz schön Eindruck gemacht, obwohl ich so aufgeregt war – wie selten in meinem Leben.

„In Paradisum“ hab ich live gesungen. Quasi als Bonus. Ich glaube das war aber dann in einem anderen Interview beim Privat Fernsehen, die ja so was auch immer sehr zu schätzen wissen. Wenn die wüssten, dass ich mich eigentlich nur ablenken wollte von meiner inneren Aufregung. Apropos – über mein „Inneres Kind“ möchte ich hier auch noch was los werden. Das bin ich ihm schuldig, aber bitte etwas Geduld. Mist – ich schieb das wieder vor mich her. Und ich finde das komisch.“

Ich tippe jetzt doch lieber selber die Worte in den Computer, der schreibt einfach immer wieder den selben Satz falsch: ich finde das nicht komisch. Geht doch!

„Gut, so weit möchte ich jetzt gar nicht ausholen. Unser Julius kam jedenfalls pünktlich. Und wenn ich hier schreibe, dass er genau am selben Tag und exakt auf die Minuten geboren wurde, an dem mein geliebter Vater Heinrich dreizehn Jahre zu vor gestorben war, – so ist das die Wahrheit. Ich bin so sehr mit meinem Glauben verbunden, dass ich der Überzeugung bin, mein Vater ist oft an meiner Seite gewesen in schwierigen Stunden. Als unser Sohn versuchte, dem Licht der Welt entgegen zu streben, da hatten er, meine Frau, unser Sohn und ich siebenunddreißig Stunden Geburtsarbeit hinter uns. Die natürliche Geburt blieb zwar ein Wunschdenken, aber alles ging gut. Weil es vorher bestimmt war. Dieses Kind und diese Mutter sollten leben. Meine Nackenstarre war schlagartig verflogen, und die Geschichte mit der „Engelskraft, die bewegt“ sollte sich sehr interessant weiter entwickeln. Doch davon später.

Auf dem Standesamt jedenfalls wurde der Name von unserem neuen Erdenbürger eineuropäisiert – er heißt nun Julius Kimo Sylvester Majowski. Kimo ist mein Lieblingsname. Und es tönt der Himmel, wenn ich ihn sage. Warum? Das frage ich nicht, es fühlt sich einfach gut an.“

Event – Lesung

2015

Die Lesereise geht weiter (…Markus mit seiner Autobiografie »Markus, glaubst du an den lieben Gott?«)

Am 26. Oktober 2015 um 19.30 Uhr liest Markus Majowski in der Komödie Winterhuder Fährhaus aus seiner Autobiografie »Markus, glaubst du an den lieben Gott?«.

Wann: Montag 26.10.2015 | 19:30 Uhr
Wo: Komödie Winterhuder Fährhaus | Hamburg

Weitere Informationen und Tickets »

Noch hab ich ein Smartphone und einen Computer, die mich bereits rundum vermessen. Nichts ist umsonst. Ich bewege mich wie der große Vogel in einer Pfütze. Bedächtige, selbstbewusste Schritte mit breitgefächerten Krallen. Die Pfütze riecht nach Schnäppchenfalle. „Mit mir nicht“, rede ich mir ein. „Ich check das!“ Selbst zauselige Spiesser, die den Stinkefinger in der Süddeutschen Zeitung heben, gaukeln mir nichts vor. Die kritische Masse, die Nerds im Netz werden das System einfach umkippen. Die sind frech. Kurz nach der vollständigen Spiegelung der Realität in der virtuellen Welt wird es spannend. Meine bedächtigen Schritte werden schneller und mit ein wenig Angst im Bauch hebt mein grosser Vogel ab. In den Flug. In meine analoge, kleine Welt. Mein Zuhause. Ohne Smartphone und Computer, bitte. Wie Enzensberger gestern bei Beckmann grinsend sprach, weg mit dem Überflüssigen Zeug. Noch bin ich nicht bereit, das Wasser der Pfütze ist herrlich kühl. Frisch fühlt sich mein Tippen auf der Tastatur an. Wie lange noch? Wie lange noch brauche ich diesen Kick? Datenstrom mit Euch, Ihr heimlichen Schnäppchen Versprecher. Ihr arbeitet mit determinierten Algorithmen. Meine Forderung: Klare Zielsetzungen und Grenzen für alle Intelligenten Analyse- und Informationssysteme und ihre Auftraggeber. Und das ist Utopie. Wer sagte gleich noch, „Zur Utopie muss ich mich selbst erziehen!“ Ich fang mal an, nur für heute: Ganz nach der Devise eines nichtdeterminierten Algorithmus: „Bier oder Wasser“ Das Ergebnis unterscheidet sich, je nach dem welches man wählt. Wasser, – ganz klar.

G24ST

Ich bitte um Hilfe und danke, täglich.
Ich bitte um Hilfe und danke, täglich.

Gesucht. Gefunden. (Gott im Kino.)

Am  9. Mai um 19.30 Uhr liest Markus Majowski im Rahmen der Veranstaltungsreihe »GOTT im Kino« aus seiner Autobiografie »Markus, glaubst du an den lieben Gott?«.

Die Lesung: Samstag, 9. Mai 2015, 19:30 Uhr – Eintritt 10 Euro

Das Thema: Sonntag, 10. Mai 2015, 10:30 Uhr – Eintritt frei!

im Apollo Filmtheater Limbach-Oberfrohna.

Weitere Informationen und Veranstalter »

Ein kurzer Einblick: Markus Majowski – Internetview auf BILD.de (Download PDF) »

Termine 2014
27.01.2014  ABC Buchhaus, Hamburg

10.02.2014  Gaststätte „Zum Alten Bahnhof“, Gödenstorf

17.02.2014  Pastor-Lensch-Haus, Pries-Friedrichsort, Kiel (Veranstalter: Buchhandlung Almut Schmidt, Kiel)

24.03.2014  SCM Shop Fallersleben, Wolfsburg

04.04.2014  Christliche Buchhandlung Ute Lomtscher, Roßwein

09.05.2014  Ev. luth. Kirchengemeinde Zum guten Hirten, Elmshorn

16.05.2014  Sucht- und Drogenberatungsstelle Teterow

19.09.2014  Bücherwurm, Aalen

20.09.2014  Landesgartenschau, Schwäbisch Gmünd

05.10.2014  Stiftung Creative Kirche, Witten

08.10.2014  Buchhandlung Blana, Frankenberg

10.10.2014  Credo Buchhandlung Johannes Bader, Aidlingen

Termine 2013

17.09.2013 Bücherei Germete in Warburg bei Kassel 19.30 Uhr

18.09.2013 Blaukreuz Zentrum Kreuzberg in Berlin 19.00 Uhr

19.09.2013 Endingen bei Freiburg i. Br. 19.30 Uhr

24.09.2013 Alpha BH in Köln ??? Uhr 25.09.2013 Alpha BH in Siegen 20.00 Uhr

17.10.2013 Bonifatius Buchhandlung in Paderborn. 20 Uhr

24.10.2013 Kathedralforum am Bebelplatz, Berlin 20Uhr

25.10.2013 Ev. Bücherstube Gotter in Crimmitschau 19.30 Uhr

08.11.2013 Missions Buchhandlung im Ludwig Harms Haus in Hermannsburg 19.30 Uhr

12.11.2013 Buchhandlung Johannesstift in Berlin 19.00 Uhr

14.11.2013 Mayersche in Dortmund 20.15 Uhr

15.11.2013 Buchhandlung Thon in Ahlen in Westfalen 19.00 Uhr

27.01.2014  ABC Buchhaus, Hamburg

10.02.2014  Gaststätte „Zum Alten Bahnhof“, Gödenstorf

17.02.2014  Pastor-Lensch-Haus, Pries-Friedrichsort, Kiel (Veranstalter: Buchhandlung Almut Schmidt, Kiel)

24.03.2014  SCM Shop Fallersleben, Wolfsburg

04.04.2014  Christliche Buchhandlung Ute Lomtscher, Roßwein

09.05.2014  Ev. luth. Kirchengemeinde Zum guten Hirten, Elmshorn

16.05.2014  Sucht- und Drogenberatungsstelle Teterow

19.09.2014  Bücherwurm, Aalen

20.09.2014  Landesgartenschau, Schwäbisch Gmünd

05.10.2014  Stiftung Creative Kirche, Witten

08.10.2014  Buchhandlung Blana, Frankenberg

10.10.2014  Credo Buchhandlung Johannes Bader, Aidlingen

UNS ist UNS!

Wenn ich UNSER Wasser trinke, belebe ich mein Wesen.

Ein Geist durchströmt mich, und nur einer. Mein Retter kann nur einer sein. Der, der UNS großschreibt. Ich bin geboren als Geschenk und ich wirke als Mitglied der Gemeinschaft. Hier Bürger, dort Künstler und immer Suchender. Was ich nicht verstehe, werde ich nicht verurteilen und ich werde keinen Menschen abweisen, es sei denn, dieser will zerstören. Die Tür ist im selben Raum, geh doch einfach raus.

Wasser Hand

Wenn ich UNSER Wasser trinke, belebe ich mein Wesen.

Aktion

Projekt

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Deep-biosphere-and-biogeochemical_processes_c_v_Heuer

Originalgrafik Dr. Bickel

Ein Geist, ein einziger hilft mir dabei, dass UNSER Wasser, UNSER Wasser bleibt. Und der ist Heilig. Wenn ich unser Wasser trinke

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Fliekus trifft die Augen der Katze.

Fliekus hielt das Blatt Papier fest mit beiden Händen,  „Klinische Auswirkungen der sogenannten Arthus Reaktion. Negative Einflüsse bei Menschen sind bislang unerforscht geblieben.“  Kalter Regen hatte den Hauch von Zersetzung über die restlichen Buchstaben gebreitet.  Er lehnte sich an die kalte Steinwand und sein Kopf berührte die Rundung der Brückenkonstruktion über ihm. Fliekus blinzelte nervös in die versteckte Sonne.

„Es geht um den Vergleich mit menschlichen Überreaktionen bei wiederholtem ausgesetzt sein mit negativen Einflüssen.“ Er hatte seinem Chemie Professor diese Satz ins Gesicht geschrien.  „Obwohl wir das Gute in uns tragen, reagieren wir auf das Böse oft vielleicht allergisch und verfallen in zerstörerisches Verhalten. Genau wie bei der Arthus Reaktion der Haut, wo bei wiederholtem Spritzen der Antigene, die plötzlichen Schwellungen und Entzündungen nach achtundvierzig Stunden wieder verschwinden, so vergessen wir unsere Schuld. Ausgelöscht ist sie aber niemals?“ Er wusste, dass er  gut beraten wäre, wenn er nicht immer gleich wutentbrannte.  Sein Entsetzen war nicht der Impuls, den er sich für sein weiteres Leben wünschte. Könnte er doch nur eine Nacht darüber schlafen.

„Die Arthus-Reaktion, die auch Arthus-Phänomen genannt wird, ist eine lokale Überempfindlichkeitsreaktion oder Reaktion vom Arthus-Typ, gleich einer Allergie. Benannt ist das Phänomen, dass nach erneuter Injektion des betreffenden Antigens, schwere entzündliche Reaktionen in der Nähe der Einstichstelle auftreten.“ Auf der Rückseite des letzen Blattes konnte er die handschriftliche Notiz, eine Kinderhandschrift, gut lesen. Eine Kinderhandschrift?

„Als Reaktion liegt eine Immun Antwort gegen lösliche Antigene zu Grunde. Dabei werden Antikörper gebildet. Wird das betreffende Antigen nach erfolgter Immunantwort beziehungsweise Sensibilisierung erneut subkutan gespritzt, so können die gebildeten Antikörper in das Gewebe hineindiffundieren und an das lokal verabreichte Antigen binden.“  Weil nur wenig Antigen subkutan gespritzt wird, kommt es auch nur zur lokalen Bildung von Immun Reaktionen, klar. Fliekus war müde, unendlich müde. Aber wieder würde er nicht einschlafen. Er rutschte an der Wand in die Hocke und versuchte gleichmäßig zu atmen.  „Es wird eine lokale Entzündungsreaktion ausgelöst, die sich in einer erhöhten Quaddelbildung zeigt. Das Maximum dieser Reaktion ist nach drei bis acht Stunden erreicht, nach achtundvierzig Stunden ist sie wieder verschwunden.“

Fliekus wusste, der  Mensch ist das gefährlichste und grausamste Tier auf Erden. Eine Bestie, welches klinische Versuche an anderen Lebewesen durchführt. Für die eigene Spezies aber gegen die Natur. Fliekus musste sich erbrechen. Als er den Kopf hob, sah er zum ersten Mal die Augen, die sein Leben verändern würden. Pelziger Blutklumpen, blaues Licht in einem kleinen Löwengesicht, wie aus einem Guss in die Ungerechtigkeit vergangener Zeiten gemeisselt. „Es gibt keine Hölle. Es gibt nur mich.“

Und diese Katze.

Lebe ich!

Etliche Mal hatte der Vater gerufen, Kindchen! Kindchen, es ist zu früh! Wie ist sie doch gewachsen. Das Blondchen. Das ist meine Mutter. Das Mädchen ist fröhlich. Das Mädchen lebt. Das Mädchen läuft Schau. Kleidchen zeigt sie. Redlich und fröhlich. Geht tanzen, trifft den Mann für‘ s Leben. Zeigt wieder Kleidchen. Eines bekommt sie geschenkt. Ein Traum, heißt das Hochzeitskleid. Direkt vom Laufsteg paart sich das Blondchen mit dem, der das dunkle Haupt hat. Er ist Cellist. Er tut gut. Und rein ins Künstlerleben. Lachen, unendlich viel Lachen. Und plötzlich Tränen, ganz schön traurig. Er ist fort. Nur auf Reisen, mit dem Orchester. Doch, er ist fort. Und das Baby ist da. Längst, da! Mädchen, ja. So hübsch und dunkel. Mensch, ist die hübsch. Vier Jahre lang. Lachen, Reisen, Lachen, Reisen. Bügeleisen. Ein fremder Mann? Leugnen. Verzeihen und Verwirren. Spüren, worum alles kreist. Fügung. Eines Tages der Tod. Zweites Kindchen. Ist tot, noch im Bauch. Zu kalt das Wasser der Ostsee. Zu reif das Früchtchen und zu klein zugleich. Der Schreck, der Gott. Das Schicksal. Kindchen tot. Kann es nicht fassen. Schwesterchen sieht die Mutter hinter dem Fenster, weint. Kommt sie raus aus dem Haus, ist das Bäuchelein fort. Schwesterherz schreit Äonen im Verborgenen.  Zeit vergehen lassen. Nicht viel. Liebe herrscht, Liebe waltet. Berühmt muss man sein. Gut muss man sein. Große Parade. Wunsch des Liebsten. Ein Sohn soll es sein. Mensch, wär das toll! Blondche zählt jetzt sechsundzwanzig Lenze. Es klappt mit dem Ehrlichsein. Leider nicht immer? Die Desoxyribonukleinsäure speichert Eindrücke vom Aussen und Innen. Kommuniziert neun Monate, dank Hochdruck. Lange ist das. Die Zeit dehnt sich aus. Zu groß der Junge für das Blondchen. Sie will sterben. Speicher. Kommunikation mit dem Schöpfer. Gott nickt. Der Cellist spielt für sie. Ab geht die Post! Gewahrsein! Flügel der Aufmerksamkeit. Nicht viel Sonne. Hochschwanger, und der April geht zu ende. Wenig Licht. Proteine und Hormone konditionieren der rechten Hirnseite Last. Viel Gefühl, linkshändig wird der Knabe sein. Ich, ein Wonne Proppen. Nicht satt, im Bauch der Mutter,  den Daumen im Mund. Da steckt er lange. Draussen tobt ein hundertzwanzig Mann Orchester und ich drehe mich quer in den Beckenkanal. Die Tuba bläst, das Cello schrubbt. Ich ziehe meine langen Fingernägel einmal über Nase und Wange. Die Füsschen drücken sich an den Nieren vom Blondchen ab, sodass ihre Haut und Adern reissen – Bäche geben dem Klingen eine klare Resonanz. Blondes Mütterchen ergraut. Schreit und erwacht. Darf leben. Und ich spüre endlich neues Gemisch aus Luft und Kissenduft. Ich komme an. Walle, walle. Welt liegt weit und offen. Bin ich geliebt? Wo ist das Licht? Wo ist das Schwesterchen und das tote Brüderchen? Wird er vergessen werden? Bin ich Nummer drei? Bin ich Nummer vier. Die Zeit wird es bringen. Dank. Geklärt will es sein und gesehen wird es werden. Brüderchen, Engelein. Ich tobe ins Leben. Kann nicht die Mitte finden, halten. Lechze nach Rettung und finde sie woanders, als ich sie wähnte. Kugelrund, das Ganze. Mensch, tut das gut. Du – Mensch tut das so gut. Ich lebe.

Die andere Tür

Die ersten Gedanken sind am morgen in das Kissen gewühlt. Mein Herz rast. Der Atem beruhigt sich mit dem ersten Flüstern heimlicher Liebe. Zum Himmel. Dieser Tag wird keine Schmerzen brauchen. Die Knie zur Sonne, den Rücken gestreckt. Die Kerze auf dem Tisch flackert an meine schmalen Augen heran, als das dunkle Getränk in das Porzellan sackt. Seine heisse Krone ist so hell und cremebeladen, dass es mir für eine halbe Ewigkeit reicht. Augenblicklich ist eine Öffnung. Ich bin da. Ich sehne mich nach der Kälte, die meinen Körper schreckt. Wasser, Balsam und wieder Wasser. Hinaus ans Licht. Mein Zuhause nehme ich mit zu den Menschen, die auf mich warten. Kaum kann ich mein Lächeln verbergen mit dem ersten Stoß, der meiner Seele berührt. Die Strasse heult, die Bäume gehen sterbend in Deckung und mein Fuss hält inne – über einem feigen Groll. Ich führe meinen Schritt zu der anderen Tür, und mit ihr öffnet sich mein Weg. Ich schlag mich durch, ohne jemanden zu verletzen. Ich bin mittendrin und leicht wie ein jagendes Frettchen. Lass mich einfach ein anständiger Kerl sein. Nur für heute.

Fliekus 


Fliekus