Wer die Gagen macht. Teil 3: Weniger Drehtage, gleiche Begründung

Scheinwerfer im Bühnennebel

Die Tagesbeschäftigung von Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland ist um 11,21 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt zurückgegangen. Sie liegt damit unter den Werten der Jahre 2020 und 2021. Diese Zahlen haben der Schauspielerverband und der Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater am 5. September 2025 veröffentlicht.

Als wichtigste Ursache nennt eine verantwortliche Person beim Schauspielerverband den Produktionsrückgang bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Er beruht nach dieser Darstellung auf Unterfinanzierung. Die Sender sind die größten Auftraggeber der Filmbranche, und was sie weniger produzieren, fällt als Arbeit für Schauspieler weg. Der VdA-Vorsitzende Ulrich Meinhard hat darauf hingewiesen, dass der Rückgang der Angebote die Künstlerinnen und Künstler auch seelisch stark belastet.

Zwei Entwicklungen zur selben Zeit

Weniger Produktionen bedeuten weniger Drehtage. Gleichzeitig werden Sprechrollen häufiger zu Kleindarstellerkonditionen angefragt, wie Teil 1 gezeigt hat. Und die Gagen oberhalb des Tarifs bleiben eine Vorgabe der Sender ohne Verbindlichkeit, wie Teil 2 gezeigt hat. Wer heute als Schauspieler arbeitet, bekommt seltener ein Angebot, und wenn, dann oft zu schlechteren Bedingungen.

Im Programm sieht das anders aus. Ältere Produktionen laufen weiter als Wiederholung, in der Mediathek, auf Spartenkanälen, im Pay-TV, auf Streamingplattformen und über Lizenzen im Ausland. Diese Auswertung erzeugt fortlaufend Erträge. Die Einkommen aus laufender Arbeit sinken für die Menschen, die diese Produktionen damals gemacht haben.

Die Finanzlage als Argument

Für genau diese Lage hat der Gesetzgeber § 32a des Urheberrechtsgesetzes geschaffen. Steht die gezahlte Vergütung in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen aus der Verwertung, haben Mitwirkende Anspruch auf eine weitere Beteiligung. Der Anspruch ist im Voraus nicht verzichtbar, und es kommt nicht darauf an, ob die Erträge bei Vertragsschluss vorhersehbar waren.

Ein Sender, der den Produktionsrückgang und die niedrigeren Gagen mit seiner Finanzlage begründet, beruft sich auf eine Lage, die er bei bereits erwirtschafteten Auswertungserlösen nicht geltend machen kann. Diese Erträge sind entstanden. Sie stammen aus der Arbeit von Schauspielerinnen und Schauspielern, die heute weniger Drehtage und niedrigere Gagen haben.

Das ZDF hat die kleine Rolle geprägt, es legt seine Gagenlisten ohne Tarifbindung fest, und es steht als Auftraggeber außerhalb der Tarifverträge. Die Verantwortung für das Gagenniveau im öffentlich-rechtlichen Fernsehen liegt damit bei ihm.

Quellen

Schauspielerverband und Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater, Pressemitteilung „Dramatischer Rückgang von Schauspielbeschäftigungen“, 5. September 2025, Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: casting-network.de (PDF)

Urheberrechtsgesetz, § 32a Weitere Beteiligung des Urhebers: gesetze-im-internet.de

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Autor: Markus ist Flourish

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